Fastnacht in Spalt

Eine Darstellung fastnachtlichen Brauchtums in Anlehnung an die Ausführungen des Altbürger-meisters und Ehrensenators der KaGe, Anton Forster.

Müßte es nicht heißen „Karneval“ in Spalt? Ist etwa der Name „Karnevalsgesellschaft“ falsch? Absolut nicht, die Worte Fastnacht und Karneval sind inhaltlich eng miteinander verbunden und bezeichnen heutzutage das gleiche Geschehen in der Zeit vor dem Aschermittwoch, dem Beginn der Fastenzeit. Unterschiedlich sind allein die Art und Weise wie man die Zeit des Faschings feiert.

Ursprünglich war die Fastnacht ein Frühlingsfest. Die bösen - der erwach-enden Vegetation Schaden bringenden - Dämonen sollten abgewehrt und die Segen spendenden guten Geister geweckt werden. Maskierungen sollten die bösen Geister dadurch abschrecken, dass man ihnen ihr eigenes Gesicht vorhielt. Dieses Brauchtum ist in vielen Landesbereichen Deutschlands unterschiedlich. Antike, heidnische, germanische und christliche Einflüsse werden vielseitig dargestellt.

Aber auch andere Ereignisse können die Zeit vor dem Fasten beeinflussen. So ist zum Beispiel im Rheinland die Karnevalszeit von der Besetzung durch Frankreich geprägt. Die Rheinländer konnten sich gegen die Franzosen, die die Obrigkeit darstellten, nur dadurch wehren, dass sie die Besatzer nicht ernst nahmen und veralberten.
Grundsätzlich - und heute üblich - ist die Zeit vor dem Fasten aber dahingehend anzusehen, dass man sich für die folgende Entbehrungszeit im Voraus schadlos halten will.

Wie sieht für uns in Spalt der Fasching aus?

Grundsätzlich ist der Fasching in Spalt und Umgebung ein Brauchtumsfasching. Wie sagte unser Ehrenmitglied Franz „Mecki“ Binder, wenn er den FVF zu unseren Dämmerungen repräsentierte, in seiner Begrüßung? „Ich freue mich, in der „guten Stube“ des fränkischen Faschings zu sein!“ Damit wollte er zum Ausdruck bringen, dass die KaGe keine kostspieligen Prunksitzungen veranstaltet, sondern mit eigenen Aktiven, befreundeten Faschingsgesellschaften und eingeladenen Besuchern feiert.

Der Beginn des Faschings ist landesweit traditionsgemäß der 11.11. im Jahr. Für Spalt hat der Fastnachtsverband Franken eine Ausnahme zugelassen. Die KaGe darf auf Grund ihrer Freundschaftsbeziehung zur Faschingsgesellschaft der Hamburger Kaufmannschaft „Klimperkasten“ ihre Dämmerung als Auftaktveranstaltung eine Woche früher abhalten. Der Vorstand repräsentiert die KaGe am 11.11. in Hamburg - auch eine Art Brauchtum.

Die erste offizielle Großveranstaltung findet in Spalt mit dem Krönungsball statt. Das Prinzenpaar der KaGe übernimmt offiziell für die Zeit des Faschings die Regentschaft über die Stadt. Diese Übernahme erfolgt durch die symbolische Aushändigung des Stadtschlüssels durch den Bürgermeister.

Im weiteren Verlauf des Faschings folgen Saumarktbälle, die durch den Saumarkt e.V. organisatorisch namensgeschützt veranstaltet werden.

Brauchtum – Fasching – Saumarkt ? Wie ist da ein Zusammenhang zu sehen?

Der tiefere Sinn des Maskierens und auch die bevorstehende entbehrungsvolle Zeit des Fastens sind schon erwähnt. Bereits im Mittelalter wurden in diesem Sinne Fastnachtsspiele veranstaltet und mit Tänzen, Schmausereien und Trinkgelagen verbunden.

In Spalt war es üblich, dass sich die Hopfenzupfer mit den Viehzüchtern zum Ende der Erntezeit zum wohlverdienten Feiern zusammen taten.

Es mag oberflächlich klingen, aber all diese Anlässe spiegeln sich wieder, wenn heute die KaGe ihre inzwischen drei Saumarktbälle veranstaltet.

Eng verbunden mit diesen großen Veranstaltungen ist die Tradition des Moritatensingens am „Unsinnigen Donnerstag“. Was in der Menge oder im Laufe des Jahres untergeht wird in den Moritaten über den Einzelnen an die Öffentlichkeit gebracht. Ungeschickte Begebenheiten oder zum Schmunzeln anregende Situationen bekannter Bürger, die nicht in der Presse erscheinen, werden so ans Tageslicht gebracht.

Spalter Fleckli

Verfasst von Altbürgermeister und Ehrensenator Anton Forster.

 

Wenn auch nicht ganz erhellt ist, woher die Spalter Flecklasmänner kommen, so können wir davon ausgehen, dass diese und das Brauchtum um sie sehr alt sind und vermutlich auf die Ursprünge zurückgehen (Winteraustreibung, Dämonenaustreibung usw.).

Erstmals zum Unsinnigen Donnerstag sind die Spalter Fleckli von Wirtschaft zu Wirtschaft ziehend unterwegs.
Der Name bezieht sich auf die Maskentracht, die aus groben Sackleinen gefertigt ist. Am ganzen Gewand sind kleine, rautenförmige Stoffreste (Fleckli) angenäht, die zu abwechselnd schwarzen und roten Reihen senkrecht angeordnet sind. Auf dem hinteren Teil (Rücken) prangt meist ein Herz; später inmitten des Herzchens das Stadtwappen mit Jahreszahlen.

Eine aus einem Stück geschnitzte, dunkel gefärbte und bemalene Holzmaske (Lindenholz) an der ein kapuzenförmiger Überwurf befestigt ist, hüllt den Kopf ein und wirkt durch die unheimlichen Züge besonders auf die Kinder "dämonisch"! Der zur Ausrüstung gehörige Birkenreisigbesen unterstreicht die Erinnerung an die Geister- und Spukgestalten. Zwischen den "Fleckli" (Mehrzahl für Fleckla) und der Jugend hat sich ein Neck- und Versteckspiel herausgebildet. Die Kinder reizen aus respektvoller Entfernung die Fleckli mit handfesten Schimpfnamen und Neck-Versen, so z.B. "Fleckla, Fleckla hast am Arsch a Dreckla! Drecksau, Lumperdurl, hast Dein alten Ruuk verlurn". (Dialekt)
Die Fleckli stürzen sich dann mit ihren Besen auf die Kinder, diese reißen aus und beginnen aus sicherer Entfernung erneut das Spiel.

Ähnliche Gestalten wie die Flecklasmänner in Spalt gibt es in Franken z.B. in Effeltrich, Hilpoltstein, Kipfenberg, Pleinfeld und Allersberg.


Spalter Hopfn´Hex

Geschichte:

Den Ursprung hat die Spalter Hopfn´Hex aus der Hopferdurl, die zum Ende der Erntezeit, also zum Niederfall mitgeführt wurde.

Im Jahr 2002 nahm Hans Ehard dies zum Anlaß und schnitzte eine Holzmaske aus Lindenholz. Diese ist hauptsächlich in den Farben Grün und Gelb bemalt, also in den Hopfenfarben. Das Gesicht soll dämonisch und furchteinflößend wirken. Mit der schiefen Nase, den tiefen Gesichtsfurchen und den Warzen schaut sie wie eine Hexe aus.

In den Jahren danach verfeinerte er diese noch, bis er 2004 den ersten Schnitzkurs an der VHS abhielt.

Bis heute sind etwa 50 Hopfn´hexen geschnitzt worden.

Zum 50jährigen Gründungsfest der KaGe Spalt 2007 wurde diese Maske in der Stadthalle zum ersten Mal vorgestellt.

Zum Fasching 2008 erhielt die Maske ein eigenes Gewandt, das von der Schneidermeisterin Ulrike Zahn entworfen und am Rosenmontag, den 04.02.2008 vorgestellt wurde.

2012 wurde die Hopfn´hex in Nürnberg bei einem Faschingsnachmittag des Schlesierbundes Nürnberg mit der KaGe Spalt vorgestellt. Dort funkte es in einigen Frauenköpfen und somit hat sich 2013 eine Tanzgruppe gebildet.

Die Orginal Spalter Hopfn´Hexn

10 Frauen haben sich zusammen gefunden und einen Hexentanz einstudiert.

Der erste Auftritt der Gruppe war am 11.01.2014 in der Stadthalle am Krönungsball der KaGe Spalt.



Spalt, 14.01.2014 Angelika Ehard "Die Hex´n Geli"